©2017 Florian Smit Naturephotography
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Polarfüchse

Vom Glück und einem Fuchs

Der Morgen graut und ich liege bereits seit einiger Zeit im feuchten Tau, der sich an der niedrigen Vegetation des Hochlandes gebildet hat. Zum Fotografieren ist es noch zu dunkel und so genieße ich den stillen, einsamen Moment. Ich mustere die noch dunklen Schemen meines Umfeldes. Ich liege etwa dreieinhalb Meter vor einer kahlen Mulde im Fjell. In dieser Mulde konnte ich zwei Tage in Folge einen kleinen Fuchs nach Sonnenaufgang liegen sehen. Es ist windstill. Mein Atem geht ruhig und nur an meinem leicht erhöhten Herzschlag lässt sich meine freudige Anspannung festmachen. Ein spektakulärer Sonnenaufgang bleibt an diesem Morgen leider aus. Aus sanften Konturen bildet sich langsam ein schemenhaftes Umfeld. Hinter einem Stein zu meiner Rechten erkenne ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Der Polarfuchs, den ich bereits an den vorherigen Tagen beobachten konnte, huscht flink an mir vorbei und hält kurz inne. Er läuft auf die Mulde zu, schnüffelt, dreht sich einige Male umher, mustert die Umgebung, bis er sich schließlich nur wenige Meter von mir entfernt zusammenrollt und niederlegt. Ich richte meine Kamera aus. Meine Hände zittern leicht vor Aufregung. Durch mein Objektiv schaue ich direkt in seine bernsteinfarbenen Augen. Es ist ein Moment voller unbeschreiblicher Intensität. Mit diesem Erlebnis habe ich meine ganz persönliche Definition von Glück gefunden.